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Eine Frau, die etwas bewegt

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Carina Vetye ist das Herz, der Motor und die Drehscheibe des «Gesundheitszentrums Nummer 16» und der von ihr gegründeten Apotheke für die Ärmsten in Villa Zagala, einem der unzähligen Slums von Buenos Aires. Carina managt die Teams, sorgt für Prävention und Ausbildung und steuert die Zusammenarbeit mit Involvierten. Ihr wichtiges Anliegen aber bleibt die lokale Bevölkerung, die dank Carinas Einsatz an Hoffnung und Lebensqualität gewinnt.

Auch Hausbesuche im Slum zählen zu den Aufgaben von Carina. (Foto paulhahn.de / © AoG)

Die Deutsch-Argentinierin Carina Vetye ist in Buenos Aires geboren und aufgewachsen. Sie verfügt in beiden Ländern über einen Abschluss in Pharmazie und hat an der Universität von Buenos Aires doktoriert. Nach ihrer Ausbildung wanderte sie in ihr zweites Heimatland Deutschland aus, kehrte aber später nach Argentinien zurück.

Carina Vetye: «Als 2001 die Wirtschaftskrise kam und Argentinien um Hilfe und auch um Arzneimittel gebeten hat, habe ich gesagt, das ist die Gelegenheit, meiner ersten Heimat etwas zurückzugeben.»

Mit der Slum-Apotheke etwas zurückgeben

Seit 2002 engagiert sich Carina im Rahmen der internationalen Hilfsorganisation «Apotheker ohne Grenzen» in Argentinien. In diesem Verbund gründete sie im Jahr 2008 in Villa Zagala, einem der unzähligen Elendsviertel in Buenos Aires, gemeinsam mit dem lokalen «Gesundheitszentrum Nummer 16» eine Apotheke, welche die Ärmsten mit dringend benötigten Medikamenten und einem ebenso wichtigen Aufklärungsangebot versorgt.

Heute ist Carina das Herz, der Motor und die Drehscheibe des Gesundheitszentrums. Sie managt die Teams, steuert die Zusammenarbeit mit Ärztinnen, Ärzten und Ämtern und kümmert sich um die stets prekäre Finanzierung. Dank ihrem jahrelangen Engagement ist ein starker Zusammenhalt und eine Kultur unter den Mitarbeitenden entstanden, die nicht mehr nur an ihre Person gebunden ist. So entsteht nachhaltige Wirkung – auch wenn Carina nach wie vor mit Leib und Seele dabei ist.

«Wenn man diese Arbeit startet und sieht, wie die Situation ist, und sieht, was man bewirken kann, dann geht man noch tiefer rein», sagt Carina Vetye. «Man verpflichtet sich den Menschen. Und sie verpflichten sich auch: dem Gesundheitszentrum, ihren Medikamenten, ihren Therapien.»

Bildung als zentraler Wert

Bildung ist für Carina ein zentraler Wert. Deshalb ist sie auch in der Gesundheitsprävention sowie in der Ausbildung des lokalen Gesundheitspersonals aktiv und bildet deutsche Apothekerinnen und Apotheker für Auslandseinsätze aus. Weiter engagiert sie sich in der internationalen Entwicklungszusammenarbeit, in der Nothilfe sowie in der Beratung und der Zusammenarbeit mit medizinischen und pharmazeutischen Wohltätigkeitsorganisationen.

Im Jahr 2018 erhielt Carina den mit 100’000 Euro dotierten «Else Kröner Fresenius Preis für medizinische Entwicklungszusammenarbeit». Dieser würdigt Projekte zur Verbesserung der Gesundheitsversorgung in Entwicklungsländern, die sich durch ein ausserordentliches und nachhaltiges Engagement für bedürftige und kranke Menschen auszeichnen.